Gemeinsamer Neujahrsempfang des FörderKreises Kultur & Schlösser e.V. und der Stiftung Jugend & Schlösser im Schloss Diersfordt, Wesel

Bei frostigen Wintertemperaturen und strahlendem Sonnenschein fand der traditionelle Neujahrsempfang des FörderKreises Kultur & Schlösser auf Schloss Diersfordt in Wesel statt.
Insgesamt 115 Mitglieder des FörderKreises, ihre Gäste und Freunde der Schlosskultur trafen sich im festlichen Rahmen, um bei einem Glas Sekt und anregenden Gesprächen auf das neue Jahr anzustoßen.
Um 10:00 Uhr begann die Veranstaltung mit einem evangelischen Gottesdienst in der barocken Schlosskirche von Schloss Diersfordt, in der das FörderKreismitglied Pfr.i.R Walther Hüffmeier die Predigt hielt. Darin ging er auch auf die Arbeit des Förderkreises ein: "Wie jede Gemeinschaft, die gut funktionieren soll, lebt auch der Förderkreis davon, dass sich möglichst viele seiner Mitglieder bewusst sind, wie wichtig ihr Engagement für die Arbeit des
Kreises ist, und ihre Talente einbringen. Der Förderkreis hat das schon in seinem Grundgedanken zum Ausdruck gebracht, dass in ihm Mitglieder für Mitglieder tätig werden.“ Der anschließende Sektempfang im stilvollen Ambiente des Schlosses wurde von einer gelungenen musikalischen Eröffnung durch das Hamza-Streichquartett aus Düsseldorf mit Sätzen einer Sonate von Georg Friedrich Händel begleitet. In seiner Begrüßungsansprache dankte der Vorsitzende des FörderKreises Klaus Krantz den Eheleuten Beichert für ihre großzügige Gastfreundschaft am heutigen Tag.
Anschließend ließ er die im Jahre 2012 abgeschlossenen Projekte des FörderKreises noch einmal Revue passieren. Hierzu gehörten u.a. das überaus erfolgreiche Schulschlösserprojekt fürGrundschüler und die Förderung des im November 2012 erschienenen Buches „Damals in Westfalen“ des Düsseldorfer Künstlers und Journalisten Werner Benkhoff. Krantz warb in seiner Ansprache für die Ideen und Visionen des FörderKreises, der mit seinen Projekten helfe, neue Nutzungskonzepte für
historische Gebäude zu entwickeln und damit einen wichtigen Beitrag zu deren Erhalt leiste. Der Vorsitzende des FörderKreises wies auch auf die vielseitigen Aktivitäten und Veranstaltungen von Mitgliedern für Mitglieder hin. Sie werden im Jahr 2013 wieder von Schlosskonzerten, Ausstellungen und Studienreisen bis hin zu Kochevents, Kultur-Fahrradtouren und einer Begrüßungs-Teatime für Neumitglieder reichen. Ein Höhepunkt des Jahresprogramms wird am Sonntag, den 1. Dezember 2013, um 11.00 Uhr ein Konzert junger „Spitzenmusiker“ im Bagno- Konzertsaal in Steinfurt sein, zu dem der FörderKreis Mitglieder und interessierte Gäste einlädt.

Das besondere Anliegen, junge Menschen sowohl im Hinblick auf ihren beruflichen als auch persönlichen Werdegang zu fördern und sie dabei gleichzeitig für den Wert und den Erhalt von historischen Gebäudeanlagen zu sensibilisieren, stand bei den folgenden Wortbeiträgen im Vordergrund.
Denn nicht nur der Förderkreis Schlösser & Kultur, sondern auch die daraus hervorgegangene Stiftung Jugend & Schlösser war Gastgeberin des Neujahrsempfangs. Stellvertretend für den erkrankten Vorsitzenden der Jugendstiftung, Dr. Jürgen Schumacher, verlas Vorstandsmitglied Karl Schulze Althoff dessen Grußbotschaft. Hierin dankte Herr Dr. Schumacher dem FörderKreis für seine Unterstützung beim Aufbau der Stiftung und hob die neue im Dezember 2012 erschienene Publikation, das „Schlossgeflüster“ hervor. Sie hat bereits große Resonanz gefunden und wird künftig ein bis zwei Mal jährlich über Aktivitäten des FörderKreises und der Jugendstiftung berichten. In besonderem Maße würdigte Herr Dr. Schumacher das große Engagement der Geschäftsführerin der Stiftung Jugend & Schlösser, Frau Dr. Ulrike Frede, die dieses Amt seit März 2012 bekleidet und der Stiftung mit viel Elan ein neues, frisches Gesicht gegeben hat.
Dr. Ulrike Frede ergriff dann selbst das Wort und berichtete über die überaus erfreuliche Entwicklung der Stiftung im Jahr 2012. So wurde ein neues Stiftungskonzept entwickelt sowie ein darauf abgestimmter moderner Auftritt mit Logo, Website (www.jugend-schloesser.de) und einem ansprechenden Imageflyer, der während des Neujahrsempfangs – druckfrisch – verteilt wurde. Als Schwerpunkt der Stiftungsarbeit stellte Ulrike Frede das anspruchsvolle Jugendförderprojekt „MINT auf Schlössern“ (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) vor, mit dem die Stiftung das Interesse von Jugendlichen für diese Berufsfelder wecken möchte und an dem im laufenden Schuljahr sechs verschiedene Schulen und Schlösser teilnehmen. Da dabei die historischen Gebäudeanlagen selbst als MINT-Untersuchungsobjekte dienen, werden hier die Heranführung der jungen Projektteilnehmer an die unterschiedlichsten MINT-Inhalte und die Vermittlung von Kultur und Geschichte auf einzigartige Art und Weise verbunden. Den interessierten Zuhörern verriet Ulrike Frede auch schon neue Pläne der Jugendstiftung für ein Fotokunstprojekt, das jungen Fotografiestudenten aus verschiedenen europäischen Ländern die Möglichkeit eröffnen möchte, sich auf ihre ganz eigene Art und Weise mit dem Thema „Schlösser“ bzw. „historische Gebäudeanlagen“ zu befassen.

Über das „Festival ReTour 1713“ zum Thema „Junge Leute machen alte Musik“ berichtete anschließend Frau Antje Valentin, Direktorin der Landesmusikakademie und FörderKreis-Mitglied. Die Landesmusikakademie NRW und der Verein Focus Alte Musik, NRW, werden jungen, begabten Musikern aus dem ganzen Bundesgebiet im Oktober 2013 die Möglichkeit bieten, an Kursen und Workshops teilzunehmen. Daneben wird es eine Konzertreihe mit hervorragenden Nachwuchs-Ensembles geben, für die sich Frau Valentin die rege Beteiligung von Schlössern aus dem Münsterland als Konzertorte wünscht. Mit einem sehr interessanten Ausblick auf geplante Studienfahrten nach Tschechien und Litauen im Juni, Juli und September beendeten Frau Dr. Frede und Frau Dr. Bettina Bourisch den offiziellen Teil des Neujahrsempfangs, der durch das Hamza-Quartett mit den spritzigen „Südamerikanischen Saitenklägen“, einem Streichquartettfragment von Haydn, abgerundet wurde.
Nach einem Mittagsimbiss luden die Eheleute Petra und Axel Beichert ihre Gäste zu einer Schlossführung ein. Die Erkundung des beeindruckenden Schlossensembles führte in den mächtigen Gewölbekeller, der früher als Küche diente und heute als stimmungsvoller Veranstaltungsraum u.a. für Geburtstage und Lesungen genutzt wird. Besichtigt wurde auch die Remise aus dem Jahre 1430, eines der ältesten Gebäude des Kreises Wesel, in deren Sicherung mit statischen Maßnahmen und einem neuen Dach die Schlossbesitzer viel Geld und Kraft investiert haben. Hier sollen in Zukunft einmal exklusive Gästezimmer entstehen, so erzählte der Hausherr. Er betonte in seiner Führung, wie wichtig für die Besitzer historischer Anwesen die Unterstützung durch Netzwerke wie den FörderKreis sei, der so einen großen Beitrag zum „aktiven Denkmalschutz“ leiste und helfe, wirtschaftliche Konzepte zu entwickeln, mit denen sich die historischen Gebäude dauerhaft erhalten können.
Die Teilnehmer der Führung freuten sich nach dem Rundgang in der frostigen Winterluft auf das gesellige Beisammensein im Schloss und den interessanten Austausch bei Kaffee und Kuchen vor den Kaminen, in denen ein wärmendes Feuer prasselte. Am späten Nachmittag, als leichter Schneefall die Landschaft in ein Wintermärchen verwandelte, klang die Veranstaltung aus. (2013)
Susanne Krueger

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