Neujahrsempfang Heek-Nienborg

Schul-Schlösserprojekt 2011
Am Sonntag, den 15. Januar 2012 „ veredelten“ junge Edelfrauen, Ritter und Mönche den Neujahrsempfang des „Förderkreises Kultur und Schlösser“ in der Ringburganlage in Nienborg.
Im Rahmen eines Jahresprojektes des Förderkreises hatten sechs Grundschulklassen mit rund 180 Schülern im Laufe des Jahres 2011 für einen Tag die Möglichkeit erhalten, das Leben und Wirtschaften im Mittelalter auf drei Burgen, zwei Schlössern und einer Klosteranlage hautnah zu erfahren. Für die Umsetzung des Projektes war ein Arbeitskreis mit den Förderkreismitgliedern Desiree Astor (Erkrath), Lena Wilken (Bonn), Melanie Wolfering (Düsseldorf und Heek), Irmgard Feld (Rheine), Marion Brunsiek (Hamminkeln) und Dr. Ulrike Frede (Sendenhorst) verantwortlich.


Zunächst begab sich jedes Mitglied des Arbeitskreises auf die Suche nach einer geeigneten historischen Anlage und einer in der Nähe liegenden Grundschule. Mitgewirkt haben schließlich Haus Horst in Heek (Familie Wolfering) und die Josefschule in Ahaus, Burg Heimerzheim in Swisttal (Familie Frhr. von Boeselager) und die Swistbachschule, Haus Mark in Tecklenburg (Familie Frhr. von Diepenbroick-Grüter) und die Grundschule Stadtfeldmark in Lengerich, Burg Linn in Krefeld (Stadt Krefeld) und die Grundschule Loikum – Wertherbruch in Hamminkeln, Haus Unterbach in Erkrath (Familie Zech von Hymmen) und die Walter-Wiedehold-Schule in Hilden sowie Kloster Bentlage in Rheine (Stadt Rheine) und die Gertrudenschule in Rheine.

Spannend war die Zusammenarbeit mit den Klassenlehrerinnen, die sofort bereit waren, sich mit ihren Schülerinnen und Schüler zu einer mittelalterlichen Reise aufzumachen. Im Musik-, Kunst- und Sachunterricht nahmen die Kinder wissbegierig auf, was zu jener vergangenen Zeit so alles geschah und endlich kam der große Tag, an dem sie, verkleidet als Edelfrauen, Ritter und Mönche, aufbrachen, um das mittelalterliche Leben auf Burgen, Schlössern und einer Klosteranlage zu erkunden, ihr in der Schule erworbenes Wissen anzuwenden und zu „begreifen“.
So durften die Kinder z.B. mit einer Armbrust schießen, sich in Wappen – und Initialienmalerei üben, Ritterspiele ausprobieren, einen Schatz suchen, Waffen und Rüstungen anfassen und ritterliche Kopfbedeckungen aufsetzen. In der Klosteranlage Bentlage erfuhren die Kinder viel über das Leben hinter den Klostermauern im Mittelalter, über das Papierschöpfen, über das Salz, das „Gold des Mittelalters“, über Steinmetzarbeiten und über die Baugeschichte des Klosters.
Natürlich kam auch das Essen nicht zu kurz. Die Tische waren reich mit mittelalterlichen Speisen gedeckt. Die Dekoration und die Untermalung mit Musik aus vergangener Zeit und der nach dem Mahl dazugehörige Tanz, das alles brachte den Kindern die Geschichte nahe. So konnten sie eine längst vergangene Zeit mit allen Sinnen aufnehmen.
Im Anschluss daran sollte das Erlebte nun auch künstlerisch seinen Ausdruck finden. Die Kinder malten Bilder, auf denen ihre Erfahrungen für den Betrachter lebendig werden sollten. Jeweils vier Bilder konnten die Grundschulen zur Auswahl einreichen und eine Jury von Künstlern und Pädagogen aus dem Förderkreis wählte von jeder Schule die fantasievollsten Bilder aus, die prämiert und zur Gestaltung eines Geburtstagskalenders genutzt werden sollten.

Zunächst aber stand für alle Gäste ein Glühweinempfang vor dem ehemaligen Burgmannshof „Langes Haus“ in Nienborg-Heek an. Nach und nach wurden dann von dort aus Kinder und Erwachsene durch die Ringburganlage und durch die Ausstellung der eingereichten Bilder im Haus Hugenroth geführt, wobei die jungen Künstler ihre Bilder mit großem Engagement selbst erklärten. Noch wussten sie nicht, welche Bilder gewonnen hatten. Da war die Anspannung schon groß. Aber was ist gegen Hunger zu tun? Nachdem sich alle in den Kellergewölben gestärkt und noch ein bisschen im Klanggarten getobt hatten, war es Zeit, sich für den großen Auftritt beim Neujahrsempfang des Förderkreises im großen Saal der Landesmusikakademie umzuziehen. Und bald standen eine große Zahl nervös zappelnder „Ritter, Edelfrauen und Mönche“ erwartungsvoll vor der Saaltür, um endlich auf die Bühne ziehen zu können.

Nach den offiziellen Grußworten von Antje Valentin (Leiterin der Landesmusikakademie), Klaus Krantz (Vorsitzender des FörderKreises Kultur & Schlösser), Ulrich Hellmich (Bürgermeister der Gemeinde Nienborg-Heek) und einer Video-Präsentation der „bischöflichen Landesburg Nienborg“ um 1360 von Theo Franzbach (Vorsitzender Heimatverein Nienborg-Heek), war es endlich soweit. In fantasievollen mittelalterlichen Kostümen, mit den Namensschildern ihrer Schulen bewaffnet und die Lehrerinnen und Projektbetreuerinnen im Gefolge, zogen die jungen Schülerinnen und Schüler musikalisch begleitet mit höfischer Renaissance-Musik des Bläserquintetts des Jugendorchesters Havixbeck in den großen Saal der Landesmusikakademie ein. Sichtlich stolz standen die Kinder auf der Bühne und genossen den großen Applaus.

Nachdem Dr. Ulrike Frede noch einmal den Verlauf des Jahresprojektes 2011 des Förderkreises Kultur & Schlösser erläutert und alle Mitwirkenden vorgestellt hatte, ließ Melanie Wolfering zur Freude aller Mitwirkenden in einer PP-Präsentation die sechs Erlebnistage auf den sechs historischen Adelssitzen noch einmal aufleben.
Nun konnte die Preisverleihung beginnen. Keiner sollte leer ausgehen. Die Enttäuschung wäre zu groß gewesen. Alle haben sich viel Mühe gegeben. Die Bilderausstellung hatte den Betrachtern gezeigt, wie schwer es für die Jury war, nur 3 Bilder besonders auszuzeichnen.
Um die Spannung noch zu erhöhen, wurden zunächst 3 Klassen mit je 100 Euro bedacht. In den Gesichtern der verbliebenen Kinder konnte man sehen: Jetzt kommen die Hauptpreise, wir sind dabei! Der dritte Preis ging mit 200 Euro an die Grundschule Loikum – Wertherbruch. „Ganz schön viel Geld!“, meinte ein Junge. Die Grundschule Walter-Wiedehold in Hilden konnte sich über 300 Euro, den zweiten Preis, freuen. Jetzt aber war der Jubel bei den Kindern der Swistbachschule in Swistbach-Heimerzheim groß, denn sie wussten nun, dass der erste Preis ihnen sicher war: 500 Euro!
Na, denn viel Spaß beim Ausgeben! Das war ein gelungenes Projekt, das der Förderkreis “Kultur und Schlösser“ den Grundschulkindern ermöglicht und das allen viel Spaß gemacht hat!
Denken Sie einmal an Ihre eigene Schulzeit zurück: An Events kann sich wohl jeder gut erinnern! Geschichte ist spannend und man kann sie auch hautnah erleben und nicht nur in Büchern lesen! Dieses Projekt wird den Kindern bestimmt in Erinnerung bleiben!

Zum Abschluss des Neujahrsempfanges gab der Vorsitzende Klaus Krantz noch eine Übersicht über die Aktivitäten des Förderkreises (siehe Webseite) im Jahre 2012. Er bedankte sich bei dem Heimatverein Nienborg, der Landesmusikakademie und ihrem Bläserensemble sowie bei allen Mitgliedern des Förderkreises Kultur und Schlösser, die zum Gelingen des Neujahrsempfangs beigetragen hatten, zu dem ca. 200 Gäste und Mitglieder des Förderkreises erschienen waren.
Marion Brunsiek


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